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Vor einem halben Jahrhundert kehrte eine Generation junger Idealist:innen der Gesellschaft den Rücken und ging « zurück aufs Land » – die wohl grösste Stadtflucht in der neueren US-amerikanischen Geschichte. In Nordkalifornien fand die Bewegung ihr Zentrum: Hier entstand ein loses Geflecht utopischer Kommunen –
und mit ihnen eine radikale, selbstgebaute, teils ausserweltlich anmutende Architektur. Handmade Utopia begegnet Aussteiger:innen, die diesem Lebensentwurf treu geblieben sind, und erzählt anhand ihrer Häuser von einem gesellschaftlichen Experiment am späten Endpunkt.
Das Buch führt durch Nordkalifornien, über versteckte Pisten bis in die Redwood-Wälder, zu Häusern, die jahrzehntelang im Verborgenen lagen. Schmellings Fotografien zeigen diese Bauten; Kramers Gespräche mit 38 Protagonist:innen erzählen die Entstehungsgeschichten. Hinzu kommen Archivmaterialien, historische Texte sowie eine Auswahl lokal produzierter Publikationen aus der Hochphase der Bewegung.
Die neuen Pionier:innen brachten sich das Leben auf dem Land selbst bei, experimentierten mit Beziehungsformen und entwickelten architektonische Konzepte, die später auch in die Baukultur hineinwirkten – in ihrer Freiheit, der Verwendung ökologischer Materialien und dem Fokus auf Energieeffizienz. Auf der Suche nach einem anderen Leben dachten sie das Wohnen grundsätzlich neu. Nur wenige blieben, als der « Summer of Love » verklungen war.
Heute sind sie in ihren Siebzigern und Achtzigern – und es stellt sich die Frage, was bleibt. Aus Angst vor Behörden hielten viele ihre Bauten jahrzehntelang verborgen.
Diese Häuser waren nie als Investitionsobjekte gedacht; sie sind im Kern antikapitalistisch – und viele von ihnen verschwinden. Handmade Utopia zeigt sie als eigenständige Kunstwerke – festgehalten, bevor sie verschwinden.